Die Psychologie des Wegwerfens

Bild einer Mülltüte

Kippen, Taschentücher, zerknüllte Zigaret-tenschachteln, leere Glossary Link Dosen: In Mengen weggeworfen, können daraus wahre Müllberge entstehen. Angesichts dieser Tatsache versucht man heutzutage, dem "Phänomen" aus psychologischer Sicht auf den Grund zu gehen. Im folgenden geht es hauptsächlich um das Wegwerfen und Liegenlassen unterwegs anfallender Abfälle.

Individuelles Wegwerfverhalten hängt sowohl von der Situation ab als auch von der jeweiligen Person Zu den situativen Bedingungen gehört zunächst einmal die Art des Objektes, das man loswerden möchte. In den letzten Jahren hat der Anteil an Einwegverpackungen stark zugenommen; besonders Verpackungen aus Kunststoff, PET-Flaschen u. ä., und aus Metall, nämlich Getränkedosen. Weitere Aspekte betreffen die Kosten der Abfallentsorgung. Der Rückgang des Anteils der Pfandflaschen führt dazu, daß es für einen immer größeren Teil der Getränke keinen monetären Anreiz mehr gibt. Verpackungen nicht irgendwo liegen zu lassen. Zudem ist die geordnete Entsorgung von Abfällen zu einem großen Teil gebührenpflichtig geworden. Eine Tetrapackung mit dem Hausmüll zu entsorgen, ist heute teurer, als sie in der Landschaft liegen zu lassen. Als Konsequenz sollten abfallintensive Verpackungen (Beispiel Einweg-PET-Flaschen) im Laden deutlich mehr kosten als weniger abfallintensive Verpackungen (Beispiel Mehrweg-Glasflaschen). Auch werden die mit einem ausreichend hohen Pfand belegten Objekte von Abfällen zu Wertsachen, mit denen entsprechend umgegangen wird.

Weitere Situationsaspekte betreffen die Umgebung. Untersuchungen haben gezeigt, dass in einer schmutzigen Umgebung die Neigung, Abfall zu hinterlassen, massiv größer ist als in einer sauberen. Das heißt, je häufiger im öffentlichen Raum Abfälle entfernt werden, desto weniger Abfälle werden insgesamt liegen gelassen.

Wenn jemand auf einer Wanderung abseits jeden Hauses picknickt, ohne befürchten zu müssen, beobachtet zu werden und ohne dass die nun leere Tetrapackung mit einem Pfand belegt ist, stellt sich die Frage: Wovon hängt es ab, ob diese Person die Tetrapackung nun in den Rucksack steckt oder liegen lässt? Persönliche Faktoren werden hier entscheiden. Nur wenn eine Person aus eigenem Antrieb ihren Abfall wieder mitnehmen will, wird sie das auch tun. Darüber hinaus hängt das individuelle Abfallverhalten auch ganz wesentlich von der individuellen Lebensgeschichte, von den Umwelteinflüssen, denen ein Mensch in verschiedenen Phasen seiner Entwicklung ausgesetzt gewesen ist, ab. Zu den lebensgeschichtlichen Einflüssen auf individuelles Wegwerfverhalten existiert bislang so gut wie keine objektive Forschung.