#Plastikfasten Ressourcenwende jetzt!

Sinn und Unsinn des Systems

Kauft man ein Getränk im Supermarkt oder Getränkemarkt, so zahlt man auf die meisten Produkte ein kleines Pfand von 8 bis 25 Cent pro Behälter. Das Pfand soll  die Kundschaft an das System binden und sie davon abhalten, die Verpackungen in die Umwelt zu werfen. So kann das verbrauchte Material sortenrein getrennt werden, es fließt  in das Mehrwegsystem zurück. Mehrwegflaschen aus Glas können so bis zu 50 mal wiederverwendet werden, PET-Mehrwegflaschen bis zu 20 mal.

Doch neben Mehrwegflaschen gibt es auch Einwegflaschen und -dosen. Diese werden nach ihrer Rückgabe nicht gesäubert und wiederverwendet, sondern als Plastikmüll gesammelt. In einigen Fällen entstehen aus den alten Einwegflaschen neue. Doch dabei werden sehr viele Treibhausgase freigesetzt. Pro 1.000 l Flüssigkeitsverpackung haben Einwegflaschen mit 140 kg CO2 eine deutlich schlechtere Klimabilanz als Mehrwegglasflaschen mit 80 kg CO2. Außerdem kann bei der Neuherstellung von Einwegflaschen sowie dem Schreddern von alten Einwegflaschen viel Mikroplastik entstehen.

Durch gesetzliche Bestimmungen wurden Mehrwegflaschen, deren Marktanteil sich nach der Einführung der Pfand-Einwegflaschen mehr als halbiert hat, immer unattraktiver. So sind Einwegpfandflaschen aufgrund ihres hohen Pfands von 25 Cent pro Flasche/Dose deutlich wertvoller als Mehrwegflaschen mit einem Pfand von 8 bis 15 Cent. Es lohnt sich für Kunden also eher, die Einweg- als die Mehrwegflasche zurückzubringen. Außerdem lässt sich jeder Typ von Einwegflaschen, egal welche Form, bei jedem Pfandautomaten zurückgeben. Mehrwegflaschen muss jedoch nur der Supermarkt bzw. Getränkemarkt zurücknehmen, der dieselbe Form auch im Handel hat. Wer also flexibel bleiben möchte, greift dann lieber zur Einwegflasche.

Milch Pfand

Seit Anfang des Jahres gilt die Pfandpflicht nun auch für in Deutschland verkaufte Milch(misch)produkte in Einwegkunststoffflaschen. Die Regelung gilt ab einem Milchanteil von mindestens 50%. Neben Milch fallen darunter auch Kakao, Kaffeegetränke, Ayran oder (Trink-) Joghurt. Milchmischgetränke in wieder verschließbaren Bechern, Tetra Paks oder Schlauchbeuteln bleiben pfandfrei.

Aktuell dürfen pfandfreie Restbestände noch im Supermarkt abverkauft werden, daher könnten gerade noch die gleichen Produkte  – einmal mit und ohne Pfand  – nebeneinanderstehen. Das Pfandlogo ist auf jeder pfandpflichtigen Verpackung aufgedruckt, so auch auf den Milchmischgetränken, ist der eindeutige Beweis.

Zusammen mit anderen Pfandpflichtigen Verpackungen können die Milchmischgetränke ganz normal am Automaten in allen Verkaufsstellen zurückgegeben werden.

Wie kann man nun in Zukunft Einweg-Pfandflaschen vermeiden? Wasser kann ganz einfach zuhause aus der Leitung getrunken werden. Wer es sprudelnd haben möchte, kann sich sein Leitungswasser zuhause ganz einfach mit Wassersprudlern zubereiten. Säfte und Softdrinks sind nicht nur im Einwegsortiment verfügbar, sondern auch in vielen Mehrwegflaschen (aus Glas oder Hartplastik). Eine Alternative zu Säften und Softdrinks bietet Sirup. Für unterwegs empfiehlt sich eine wiederbenutzbare Flasche (zum Beispiel aus Edelstahl oder Glas).

Wem das Wasser einmal ausgeht, der kann in Läden oder bei Privatpersonen mit dem Refill-Zeichen an der Tür, kostenlos frisches Leitungswasser in sein mitgebrachtes Gefäß tanken.

Weitere Informationen zu Pfandflaschen findet man unter folgenden Links:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/abfall/mehrweg-oder-einweg-unterschiede-und-regeln-bei-getraenken-11504

https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/mehrwegflaschen#gewusst-wie

https://refill-deutschland.de

Pfandflaschen und –dosen werden verschieden hoch bepfandet.

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Der ZAW Veröffentlicht mit dem offiziellen Fastenbeginn regelmäßig wertvolle Tipps die das Leben plastikfreier machen.